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Skizze · Text

Sonnenfinsternis Abgleich Coastal-Explorer zu Trégastel

Verifikation des tatsächlichen Himmels mit dem Spielehimmel.

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Eine Sonnenfinsternis ist das perfekte Ereignis, um zu prüfen, ob wir die Uhr des Himmels richtig bauen. Vor knapp 26.000 Jahren startete der Zyklus der Präzession – das regelmäßige „Wobbeln“ der Erdachse. Das Faszinierende daran: Schon Platon hypothesierte diese gewaltige Zeitspanne im antiken Griechenland.

„... dass die vollkommene Zeitenzahl das vollkommene Jahr abschließt, wenn die zueinander relativen Geschwindigkeiten der sämtlichen acht Umläufe gleichzeitig vollendet sind und ihren Ausgangspunkt wieder erreicht haben...“
Plato (Timaios 39d) | Platon, Werke VII, S.59 f. Müller, Schleiermacher

Das KGV – das kleinste gemeinsame Vielfache aus der Bruchrechnung und der Schulmathematik. Es geht schließlich auf den Urgedanken zurück, dass sich alle Wiederholungen irgendwann einmal wieder treffen. Kommen sieben Händler regelmäßig von weit her in eine Stadt, und das jeder nach seinem eigenen Zeitplan, da sie ja unterschiedlich weit anreisen und noch andere Dinge tun – dies aber mit Regelmäßigkeit (der eine alle drei Monate, der andere nur alle neun Jahre) –, so bahnt sich selbst bei beliebig vielen Händlern unweigerlich ein Tag in der Zukunft an, an dem alle am selben Tag die Stadt besuchen.

Das Bruchrechnen ist nichts anderes als das. Es ist die Idee, dass wenn man eine beliebige Sache A beliebig aufteilt und eine beliebige Sache B beliebig aufteilt, sich immer eine Möglichkeit C findet, beide in symmetrischer und mathematischer Präzision zur Deckung zu bringen – gewissermaßen auf dasselbe Kästchenpapier. Und das Gleiche gilt natürlich auch für die Zeit, in Harmonie und Frequenz.

Wenn wir nun unabhängig voneinander den Mond und die Sonne betrachten, die am Himmel kreisen (der eine weiß in unserer Uhr nichts vom anderen, auch wenn das am Himmel anders ist) – und sie treffen sich (als kleinstes gemeinsames Vielfaches) zur rechten Zeit am Himmel, dann haben wir die Teiler der Bahnen, also ihre Aufspannungen, korrekt gewählt. Da sich die Erdachse neigt und wir uns somit an der Sternenpräzession an anderer Stelle abarbeiten, nehmen wir diese dynamische Zahl in unser Sonnenrad – in unsere Sonnenkomplikation – mit hinein, und auch der Mond bekommt sie.

Je weiter sich diese Zahl also aus der Destillation der Sternenstände entwickelt, desto stärker reißt sie Sonne und Mond auseinander. Und genau deshalb verschmilzt in der Sonnenfinsternis – als Bedingung dieses Gleichungssystems – eine außerordentliche Güte der präzessionsdynamischen Zahl.

Bilderkompostion der Sonnenfinsternis tiefstehend über Häusern mit Nah- und Fernaufnahmen, sowie wie Lochkameraspiegelung der Blätterschatten und der Linsenspiegelung mit Screenshot der Google-Daten zum Ereignis.
Uhrzeitplan der Sonnenfinsternis am 12 August 2026 um 20:15 in Möhringen beobachtet, auch der Lochkamera-Effekt und die Linsenspiegelung.

Man muss folgendes wissen: Coastal-Explorer ist ein Küstenort in der Bretagne: und der Himmel wird so dargestellt wie er dort ist. Aber das Datum und die Uhrzeit nimmt sich das Spiel vom Client-Rechner. Bedeutet wenn wir wissen, dass in Trégastel (dem Küstenort in der Bretagne) die Finsternis am 12.08.2026 um 20:18 am stärksten war (mit Anfang und Ende von 19:21 bis 21:11 (Korrektur zum Bild, dort sind 50 Minuten angegeben, es sollten natürlich 110 Minuten sein. Dann müssen wir im Spiel natürlich auch vorgaukeln, dass es 20:18 etc. ist.

Nebeneinanderstellung der Himmelssimulation von Coastal Explorer zur Sonnenfinsternis
Hier sieht man die unkorrigierte Himmelsdarstellung im Explorer zur korrekten Zeit, aber es stellt sich keine Sonnenfinsternis ein, da der Mond nachgeht - eine von mehreren Fehlstellungen.

Der erste Test brachte leider keinen Erfolg - mehrere Dinge waren im Argen: Erstens ging der Mond nach, er zog der Uhrzeit hinterher und hätte die Überdeckung der Sonne erst am nächsten Tag erreicht. Außerdem (viel gravierender) ging die Sonne zwar im Westen unter, aber hatte ihren Kreis im Norden. Also eine gemeine Achsenvertauschung, aber zum Glück war es ein reines spiegeln, das alles ins Lot brachte. Auf jeden Fall ergab sich daraus - aus der Idee Sonnenfinsternisse als Abgleich mit der Himmeldynamik des Explorers zu verwenden - dann der neue Anspruch im Rahmen des Projektes, also 26000 Jahre um das heutige Datum herum, den Himmel korrekt darstellen zu können.

Vier verschiedene Zeitstände um die Sonnenfinsternis im August 2026 herum, simuliert im Coastal Explorer.
Hier kann man die wichtigen Schlüsselpunkt der Finsternis im CE simuliert sehen: der Beginn der Verdeckung, dann die nahezu Totale mit 95-97% Überdeckung über einen Zeitraum von zwei Stunden.

Das bringt uns zu einem viel größeren Fass, das wir aufmachen mussten. Man sieht, dass ein einfaches Schieben wie Papierschnipsel bei einem Bild nicht mehr eine realistische Himmelsansicht erschafft. Der Mond kurz vor der Sonnenfinsternis am Tageshimmel erscheint fast unsichtbar -überlegt vom Himmelsblau. Erst wenn sich der Schatten langsam überlegt kommt er zum Vorschein, die Sonne verdunkelt sich und so weiter. Aber hier kommt in der Realität immer ein gravierende Blendenänderung entweder durch das Auge, oder das Kamerasetup zum Tragen: Eine Sonnenfinsternis lebt auf sehr vielen F-Stopps. Eine zusätzliche Schwierigkeit stellt eine Sonnenfinsternis zum Sonnenuntergang dar, da dort ein ähnlicher Blendenwechsel abläuft und sich diese nun überlagern. Und wir sind darüber gestolpert: wenn wir später einmal die historischen Geschichtserzählungen aufnehmen wollen (ein Sturmsegel am Tag nach einer Schlacht angeschwemmt) - ja dann kommen noch der julianische auf den gregorianischen Kalenderwechsel hinzu - das astronomische Jahr 0 und die noch vieles mehr. Die Zeit ist damit längst nicht in trockenen Tüchern!